Drei Wünsche

Gestern habe ich mir (angestoßen durch eine Textpassage in Andrzej Sapkowski’s „Der letzte Wunsch“) einmal wieder die Frage gestellt, die sich wahrscheinlich jeder schon einmal gestellt hat: Wenn ich drei Wünsche frei hätte, was würde ich mir wünschen?

Das Finden von drei Antworten dauerte allerdings etwas länger, eigentlich sinnlos zu versuchen, jeden Wunsch in Gedanken perfekt auszuformulieren. Aber da ich sowieso nichts anderes zu tun hatte als das und auf das Einschlafen vor der Wirtschaftsrechts-Klausur zu warten, tat ich es.

Das einzig Interessante am Ergebnis war eigentlich, dass es mir bis zum letzten Wunsch (bis NACH dem letzten Wunsch, um genau zu sein) nicht eingefallen ist, mir etwas für viele Menschen nützliches zu wünschen. Sicher, hätte mich jemand gefragt, was ich mit drei Wünschen machen würde, wäre sicher etwas zum Weltfrieden oder zur Beseitigung von Armut aus mir herausgeblubbert.

Aber in den Gedanken ist ja niemand, an den man denken oder vor dem man sich rechtfertigen muss, also habe ich so egoistisch gedacht, wie man es sich nur vorstellen kann.

Ich finde, dieser Egoismus ist eine angeborene Sache des Menschen, ein Psychologe hätte hier vielleicht auch Details zu; ich schiebe es einfach mal auf den Selbsterhaltungstrieb, der uns zuerst an uns selbst denken lässt. Was ich für mich aus der ganzen Sache erkannt habe, ist, dass wohl jeder diesen angeborenen Egoismus hat, aber kaum jemand bereit ist, dass auch zuzugeben.

Also will ich für mich einmal den ersten Schritt machen: Ich habe einen Egoisten in mir. Das heisst: Ein Teil von mir ist Egoist. Ein anderer Teil ist es nicht. Ich hoffe, dass sich die beiden Teile wenigstens die Waage halten können.

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