Grimmmenschen

Ich möchte heute einmal über Grimmmenschen schreiben. Das sind für mich die Sorte von Menschen, die morgens schlecht gelaunt aufstehen, tagsüber schlecht gelaunt herum laufen, und abends schlecht gelaunt ins Bett gehen. Mir ist heute auf dem Weg zur Arbeit wieder so ein Mensch begegnet, der scheinbar schon seit Geburt an mit Grimmfalten (das sind vor allen Dingen zwei vertikale Falten über der Nase) gezeichnet ist.

Grimmmenschen antworten nur, wenn es ihnen als unbedingt nötig erscheint. Das im Halbschlaf gemurmelte „Guten Morgen“ komplett zu ignorieren gehört zu der Grundausbildung, wenn man ein Grimmmensch werden will.

Wie geht man also mit Grimmmenschen um? Ich habe mir hierzu zwei Handlungsweisen überlegt, nennen wir sie der Einfachheit halber den Antigrimm und den Übergrimm.

Der Antigrimm lächelt jeden Grimm, sobald er ihn erblickt, so freundlich er nur kann an; jede Begrüßung und Kommunikation mit dem Grimm wird er überschwenglich freundlich und laut durchführen. Der Grimm hat bei einer lauten, freundlichen Begrüßung gar keine andere Wahl, als zumindest gemurmelt zu antworten. Den Ärger darüber, diesen Akt der Freundlichkeit am eigenen Leib zu erfahren, wird ihn vermutlich nur noch grimmiger machen.

Der Übergrimm versucht den Grimm in seiner Grimmigkeit noch zu übertrumpfen. Man stelle sich einfach einen frei laufenden Grimm vor, der neben sich auf einmal jemanden entdecken muss, der noch grimmiger als er selbst ist und ihn seiner Individualität beraubt. Die Reaktionen dürften amüsant sein.

Ich werde ich den nächsten Wochen einmal beide Möglichkeiten versuchen und dann von den (hoffentlich interessanten) Ergebnissen berichten.

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